Pfingstinseln?!

Auch in Australien ruht das Leben nicht, auch wenn es es hier nicht so eilig zu haben scheint.
Auch wir sind nicht zur Ruhe gekommen, sondern setzten unseren Weg gen Süden fort. Auch wenn Cairns uns ein schönes zu Hause geboten hat, so gab es noch so viel mehr im Norden von Queensland zu sehen.
Aus Cairns sollte unsere Reise erst noch etwas gen Norden gehen und sowohl Port Douglas, als auch Cape Tribulation waren uns von anderen Reisenden als wichtige Orte einer kompletten Australienerkundung angepriesen worden.
So brachen wir aus Cairns auf, um den Ferienort Port Douglas zu erforschen. Die Fahrzeit betrug etwa zwei Stunden und wir wurden belohnt mit einem angenehmen Strand, warmem Sonnenschein und einer doch sehr finanzstarken Klientel, um es neutral auszurücken.
 
Jedoch war dieser Ort der Reichen und Schönen keine Option für zwei Traveller wie uns und so fuhren wir sogleich weiter in Richtung des Camp Tribulation, dem letzten zivilisierten Außenposten an der Ostküste Australiens.
Doch nach einer weiteren Stunde Fahrt erreichten wir die Fähre und beschlossen noch einmal die Karten zu studieren und unsere Möglichkeiten abzuwägen. Bei genauerer Betrachtung stellte sich heraus, dass man ein 4WD benötigt, um dort auch nur einigermaßen zurecht zu kommen und so beschlossen wir den Rückzug anzutreten und einen Schlafplatz zu suchen.
Dies gelang auch recht schnell und wir wurden sogar mit einem Geheimspot der Campergemeinde belohnt und konnten am nächsten Morgen den Sonnenaufgang am Strand bewundern.
Von diesem traumhaften Ort brachen wir am nächsten Morgen zeitig auf, um die Atherton Tablelands zu erkunden. Eine urtümliche und sehr verwunschene Hügellandschaft, die stark an das Auenland erinnert und hoch oben auf einem Plateau in den Bergen liegt.
 
Dorthin gelangten wir mit unserem Ronnie über eine gewundene Straße, die durch den dichten Dschungel der Berghänge führte und für australische Verhältnisse eine fahrerische Meisterleistung verlangte.
Oben angekommen war die Stadt Kurranda unser erstes Ziel. Sie ist der touristische Außenposten in den dichten Urwäldern, jedoch nach unserem Ermessen zu gut erschlossen. So führen sowohl eine historische Bahnstrecke als auch eine sogenannte Skyrail (Seilbahn) mehr oder weniger direkt in die Stadt.
Wahrscheinlich der leichten (aber teuren) Erreichbarkeit geschuldet verkehrten in der kleinen Stadt halbe Pilgerströme, die sich mit den vielen Touristenattraktionen beschäftigten und sich auf dem örtlichen Markt und im giftigen Zoo die Zeit vertrieben.
Nach einer kleinen, aber nicht besonders schönen Wanderung begaben wir uns auch schnell wieder auf den Weg, denn sowohl die Preise als auch der seichte Anspruch der Aktivitäten gefiel uns nicht besonders.
Danach ging es weiter in Richtung der Hauptstadt der Tablelands, Atherton. Dort kauften wir ein und beschlossen auf einem nahen Campingplatz im Nationalpark die Nacht zu verbringen. Doch an unserem Ziel angekommen mussten wir feststellen, dass die Campingerlaubnis vor der Anreise eingeholt werden muss und so kehrten wir "unverrichteter" Dinge nach Kairi zurück und verbrachten dort die Nacht auf dem örtlichen Rastplatz.
Dort begegneten wir auch unseren Nachbarn aus Cairns, neben denen wir dort schon eine Weile zelteten. So konnten wir gleich die Erfahrungen des Tages austauschen und beschlossen, am nächsten Tag den Nationalpark zu erkunden, in dem wir eigentlich diese Nacht verbringen wollten.
Frisch gestärkt brachen wir nach dem Frühstück in das Stück mehr oder weniger unberührter Natur auf, um dort einen als anspruchsvoll beschriebenen Wanderweg zu erkunden. Dieser war bereits am Eingang mit der Warnung versehen, dass eventuell Objekte den Weg versperren und gesagt getan, in alter Rangermanier lag sogleich ein dekorativer Baumstamm quer über den Weg, der jedoch eher noch zu den kleineren Kalibern gehörte.
Doch davon ließen wir uns natürlich nicht aufhalten und marschierten fleißig weiter über einen Weg, der von Laub bedeckt immer enger zu werden schien. Doch einige spärlich gesäte Wegzeichen zeigten uns, dass wir noch nicht verloren waren. Doch plötzlich lag er vor uns, der König der Roadblocker, ein Baum epischer Größe versperrte den Weg, doch eine glorreiche Expedition konnte einen Weg durch seine Wipfel auf die andere Seite des Pfades finden und zum Glück konnten wir diesen entscheidenden Moment auf Video bannen.
 
Auch die bald darauf folgende Creek-Durchquerung konnten wir dokumentarisch festhalten und sie sorgte bereits mehrfach für abendliche Erheiterung. Der restliche Weg ist eher als ereignislos zu bezeichnen und endete mit zwei verwirrten Europäern im Urwald. Die Australier hatten einfach am Schild, das einem den Weg zurück zum Parkplatz weisen sollte gespart. Doch mit allen uns gegebenen Pfadfinderfähigkeiten – keine - haben wir mit Glück Ronnie wiedergefunden.
Danach wartete noch ein riesiger Fig-Tree auf uns, den wir mit der nötigen Bewunderung besuchten.
 
Danach ging es weiter durch die vielen Hügel der Tablelands und besuchten etliche Wasserfälle der Region, die zugegebenermaßen sehr dekorativ in der Landschaft verteilt wurden.
 
Doch zum Baden hat die Temperatur der Seen und Holes nicht eingeladen und so ließen wir sie links liegen.
Doch jedes Abenteuer muss ein Ende haben und so kehrten wir im weiten Bogen zurück nach Townsville, das uns bereits etwas über eine Woche zuvor ein großartiges zu Hause geboten hat. Doch leider wurde unser zweiter Aufenthalt von einigen Probleme mit Ronnie überschattet, doch war es nichts, was eine Werkstatt nicht lösen konnte. Und dank der langen Wartezeit konnten wir noch einige Tage am Strand verbringen und trafen dort auf Andre, ein etwas merkwürdiger, aber unterhaltsamer Bewohner Townsvilles, der uns sogleich zu sich zum Vorglühen am Freitagabend einlud.
 
Es stellte sich heraus, dass es ein sehr sprachenbegabter junger Mann war, dem wir sogleich essentielle deutsche Sätze beibrachten. So kann er nun  seinem zweiten Oktoberfestbesuch sicheren Schrittes entgegen gehen.
Doch aus Townsville konnte man bequem den Bowling Green Bay NP erreichen. Dieser bot uns Natur, Wasserlöcher und einen schönen Wasserfall. Um diesen zu sehen, musste man einen 8,5 km One-Way Wanderweg hinter sich bringen, wurde aber mit einer tollen Aussicht und vielen Mossis belohnt.
 
Aber wir wollen nicht meckern, es hat sich auf jeden Fall gelohnt.
Doch auch beim zweiten Besuch in Townsville gab es nicht mehr zu erkunden und so beschlossen wir unseren Weg nach Süden fortzusetzen und machten uns auf den Weg ins gelobte Land der Partys und guten Laune - Airlie Beach.
 
Dieser kleine Küstenort wurde uns auf unserem Weg so oft ans Herz gelegt, dass wir ihm einfach nicht entgehen konnten, zumal er uns das Tor zu den Whitsundays öffnete.
Von dort starteten wir eine eintägige Rundfahrt und besuchten die drei schönsten Spots der 74 Inseln. Unter anderem den White Haven Beach, einen der 10 schönsten Strände der Welt.
 
Wir sahen viel schöne Natur, einen beeindruckenden Strand und bekamen quasi gratis eine gute Erinnerung an das Leben in Deutschland, denn wir saßen in einer rein deutschen Sitzecke. So setzte bald ein "Gespräch" über die zu grelle Beleuchtung (Sonnenschein) und das zu blaue Wasser ein, was nur noch durch den überhöhten Reisepreis und die unsanfte Fahrt überboten wurden. Mit anderen Worten, es gab viel zu meckern, und wie Deutsche so sind, durfte jeder was davon haben.
Wir waren sehr zufrieden mit der Fahrt, auch wenn wir uns einen Wal gewünscht hätten um unsere Tierstatistik zu vervollständigen.
Unsere Fahrt füllte den gesamten Freitag und doch wollten wir uns die endlose Party in den Nightclubs von Airlie Beach nicht entgehen lassen und uns für den Samstag warmfeiern. So brachen wir am Abend so gegen 9 Uhr auf, um die Partymeile zu erkunden. Doch alles, was wir fanden, waren drei halb gefüllte Bars. Wir entschieden uns für die attraktivste, da sie Livemusik bot. Dort sahen wir Poorman beim NakedRun im Fernsehen und den betrunkensten Australier, den man sich vorstellen kann. Doch um 11 war der Budenzauber aus und wir gingen schlafen.
Überwältigt von der schieren Partyatmosphäre brachen wir am Samstag so schnell es ging aus dem Kaff auf und ließen es ohne eine Träne zu vergießen hinter uns, um unseren Weg nach Mackay fortzusetzen. Es waren nur 250 km, aber die Enttäuschung war trotzdem groß. In Mackay gab es nichts... vllt noch etwas weniger.
Doch nur wenige Kilometer außerhalb von Mackay versprach ein kleiner Wegweiser den Eungella NP. Ein kleines Fleckchen geschützter Erde, in der zwei Dinge für die Besucher bereit gehalten werden. Zum einen gibt es eine Vielzahl interessanter und längerer Wanderwege, die sehr ansprechende Ziele bieten. Von diesen haben wir zwei erkundet und waren sehr zufrieden, so gelangten wir nach 5,7 km Marsch zum Lookout "Skywindow", der diese großartige Aussicht bot.
 
Zum zweiten gibt es dort eine echte Rarität zu sehen, ein lebendes Fossil, das seit Jahrtausenden überdauert und sich nicht weiter entwickelt hat. Zudem gibt es es nur in Australien, genießt dafür aber weltweiten Ruhm. Die Rede ist vom Schnabeltier oder dem Platypus. Jedoch sind diese, wie die große Ankündigung vermuten lässt, sehr selten, aber wir können voller stolz verkünden: "Wir haben eins gesehen!". Wir mussten nur einen Augenblick Geduld beweisen und schon tauchte aus dem etwas trüben Flussbett ein kleines Wesen mit Entenschnabel und Biberschwanz auf, schwamm eine kleine Runde und tauchte dann schnell wieder ab. Die Show war nur kurz aber gut und das ist alles was zählt. Ich für meinen Teil bin völlig hin und weg und bin bereits auf der Suche nach einem passenden Terrarium.
Nach unserem Ausflug ins Grüne kehrten wir zurück nach Mackay, jedoch konnten wir auch bei unserem zweiten Besuch keine interessanten Sehenswürdigkeiten ausmachen und so verließen wir die Stadt sehr schnell wieder. Dafür fanden wir einen genialen Campingspot, von dem aus wir euch schreiben.
Somit seid ihr jetzt wieder auf dem neuesten Stand und sobald wir etwas Neues erlebt haben, schreiben wir auch wieder.
So long...
Malte und Flo

9.7.09 02:52

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bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Anja Schweia (9.7.09 10:56)
Huhu!!!

Cool, Ihr habt ein Schnabeltier gesehen
Bei denen haben die Männchen einen Giftsporn, also vorsicht;-)

Ich wünsche Euch weiterhin viele tolle Naturerlebnisse!

Liebe Grüße
Anja


Anja Schweia (16.7.09 13:43)
Hallo Bruderherz!!!

Alles Liebe und Gute zum Geburtstag

wünschen
Andreas & Anja

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