Von Tunnelgräbern und halben Portionen

Seit unserem letzten Eintrag sind mittlerweile schon einige Tage ins Land gegangen und wir waren durchaus nicht faul, jedoch haben sich bisher nicht all zu viele hoch interessante Dinge ereignet.
Nachdem wir Newcastle mit seiner riesigen Banane den Rücken gekehrt hatten und uns weiter auf den Weg nach Süden machten kamen wir über das Hunter Valley, einer großen Weinregion, schon bald in den Einzugsbereich von Sydney.

So haben wir unseren ersten großen Kreis um Australien abgeschlossen und können auf eine Menge toller Sachen zurück blicken.
Doch da wir noch die eine oder andere Woche haben, die wir noch mit viel Neuem füllen wollen, ließen wir Sydney im wahrsten Sinne des Wortes links liegen und fuhren in einem Bogen durch die Vorstädte um den Stadtkern herum, aus dem einfachen Grunde, dass sich der Verkehr sonst von dicht nach mörderisch entwickelt hätte und wir eine unmenge an Maut hätten zahlen müssen.

Doch das finden der richtigen Route ist in Australien manchmal gar nicht so einfach, denn die Leidenschaft dieses sympatischen Völkchens scheint es zu sein, an elementaren Stellen an Schildern zu sparen, Traumdeuterkarten zu zeichnen und an unwichtigen Stellen unübersichtliche Schilderwälder mit noch unübersichtlicheren Schildern aufzustellen.
Zudem versuchten wir mit einer quasi Weltkarte unseren Weg durch die Vororte zu finden, doch mit etwas Übung und Erfahrung in australischer Verkehrsplanung sind wir den größten Hindernissen entkommen.
Zum Thema Kartenlesen möchte ich an dieser Stelle noch kurz ein Zitat von Malte einschieben: "Beim Wege suchen reagier ich nurnoch, planen kannste vergessen!"
So folgten wir dem Küsten Highway 1 nach Süden um als erstes auf die Stadt Wollongong zu treffen. Diese verfügte über alles was eine normale Stadt in Australien so braucht: EInkaufsstraße, Skatepark, merkwürdige Dorfjugend und einen Surfstrand. Doch da wir all diese Dinge aus anderen Städten schon größer oder schöner gewohnt waren setzten wir unsere Reise noch am gleichen Tag fort.
So vergingen mehrere Tage die wir der 1 an der Südost Küste folgten und den einen oder anderen netten Ort oder National Park besuchen konnten. Wir besuchten die Fitzroyfalls wo wir einen der weltberühmten Lyrebirds sahen und die Mimosa Rocks, die wie immer alle heilig waren für die Aboriginis.


Dabei überquerten wir auch bald die Staatsgrenze nach Victoria, dem kleinsten der "richtigen" australischen Staaten.
In diesem Staat gibt es viele tolle Dinge zu erkunden und so haben wir unsere "Ehrenrunde" hierher verlegt. Bald nach der Staatsgrenze gab es dann auch die erste wichtige Entscheidung zu treffen. Wir hatten die Möglichkeit direkt nach Melbourne durch zu fahren oder noch eine zusätzliche Südkurve zu wählen, die uns direkt am Wilson Promotory NP und an der Pinguin Parade vorbei führt.
Wir entschieden uns glücklicher Weise für die Südkurve denn als große Nationalpark Fans wollten wir uns Wilson Prom nicht entgehen lassen. So verbrachten wir die Nacht in einen kleinen Ort vor den Grenzen des NP um am Morgen so schnell wie möglich in das Reservat aufzubrechen.
Dabei stellten wir fest warum der Park der ganze Stolz der Melbourner ist und das er rege besucht wird. Er war ausgebaut wie der Park um Uluru und gespickt mit freundlichen Rangern, hervorragenden Straßen und einem tollen Campingplatz.
Nachdem wir am Eingang unsere Fee bezahlt hatten fuhren wir direkt in das Herz des Parks nach Tidal River, von wo aus die meisten Wanderwege starten. Wir wählten drei Wege mittlerer Länge aus, die wir an diesem Tag begingen. Wir wurden in vielerlei Hinsicht rundum gut versorgt. Die wege waren angenehm zu gehen, gut ausgebaut, aber mitunter schlecht beschildert. Wir sahen tolle Hiedelandschaften, schottische Hügel, Sanddünen, Berge, Täler, Wiesen, Strände, Inseln, Buchten, unglaublich blaues Wasser und einen Wombat.Ein putziges kleines Kerlchen, das aussieht wie ein kleiner Bär. Es schaut etwas verschlafen und scheint ziemlich gemütlich zu sein, vorallem wenn es einen großen Busch Graß abmampft. Es hat sich von uns jedenfalls nicht stören lassen obwohl wir ihm bis auf gut einen Meter auf die Pelle gerückt sind.

 

Doch recht schnell haben wir bemerkt, dass wohl noch ein zweiter in der Nähe sein muss, denn wir konnten einen leises Niesen und deutlich lauteres Schmatzen vernehmen. Nach kurzem schauen und etwas warten fanden wir dann auch die Quelle, es war ein Babywombat, das interessanter Weise nicht wir Mutti braun sondern eher grau Behaart war.
Nach diesem tierischen Erlebnis krönten wir den Tag noch mit der Aussicht vom Mount Oberon, einem der Berge des Parks. Er hat wohl etwas mehr als 800m, bietet eine gigantische Aussicht und ist zu Fuß auf jeden Fall sehr sehr hoch.


Aber es hat sich auf jeden Fall gelohnt, ich hoffe die Bilder vermitteln etwas von den wunderbaren EIndrücken. Nach dem Abstieg gönnten wir uns noch eine warme Dusche auf dem Campingplatz und machten uns danach wieder auf den Weg nach Yanaki, unserem Rastplatz der letzten Nacht.
Am nächsten Morgen ging es dann für uns weiter nach Phillip Island, einer kleinen Insel etwas südlich von Melbourne. Im Sommer ist die Insel ein Ferien Paradies und wichtiger Ausflugsort für die Melbourner, doch im Winter ist sie eher kaum besucht.
Jedoch laden die Naturattraktionen bei jeder Jahreszeit zu einem Besuch ein. Zu sehen gibt es die Nobbies, Felsinseln vor der eigentlichen Insel, die für die Seelöwen Australiens einen hervorragenden Ort zur Aufzucht ihrer Jungen bieten. Leider gibt es im Winter nur wenige zu sehen und wenn man sein Fernglassen vergessen hat, kann man gerade so die Steine erkennen. Jedoch wurde auf ein pompöses Infocenter für die Besucher eingerichtet, das einige Informationen, ein Café und einen Geschenkshop bot. Doch das wichtigste war, dass dort kein Lüftchen wehte.


Nach unserem Besuch der Nobbies ging es weiter zu einem stürmischen Strandspaziergang und danach zu den kleinsten Piguinen der Welt. Die Little Pinguins leben an der südlichen Küste Australiens und die größte Kolonie auf hat sich auf Phillip Island angesiedelt. Dort gibt es jeden Abend ein putziges Schauspiuel zu bestaunen, wenn sich bei Einbruch der Nacht kleinen Gruppen von noch kleineren Piguinen kurz vor der Küste sammeln um dann gemeinsam den Strand zu überqueren um zu ihren Bruthöhlen zu gelangen.
Zusätzlich gibt es noch ein recht nettes Infocenter zu besuchen, das glücklicher Weise im Eintrittspreis von 20,40 $ inklusive ist. So fanden wir uns rechtzeitig auf den Rängen der ans Kalkbergtheater erinnernden Tribünen ein um die Dämmerung abzuwarten.
Im Besucherzentrum hatten wir bereits gelernt, dass im Winter wenige Piguine an Land kommen, da sie keine Jungen zu versorgen haben. Doch am Abend zuvor gab es 251 der kleinen Frack-Träger zu bestaunen.
Bald nach einbruch der Dunkelheit ging es dann auch los, eine Gruppe der etwa 30 cm großen Piguine wurde mehr oder weniger an Land gespült, etwas von den lokalen Seemöwen geärgert und spazierte dann schnurstracks in die Heidelandschaft zu ihren Höhlen.
Danach folgte ein Einzelkämpfer, der seine restliche Gruppe verloren hatte und wagte sich allein auf den weiten Weg. Nach einem kleinen Moment Pause folgte noch eine dritte Prozession die jedoch für diesen Abend die letzte bleiben sollte. So sahen wir von den erhofften 200 Piguinen ca 20 und waren etwas enttäuscht. Doch dafür wurden wir auf dem Weg zurück zum Auto mit einigen weitern Pinguinen belohnt, die sich vor ihre Höhlen begeben hatten um den neusten Tratsch mit den Neuankömmlingen zu teilen.


Doch auch diese Show war vorbei und wir machten uns auf den Weg zurück zur Autobahn in Richtung Melbourne von wo aus wir uns jetzt melden.

Soweit erstmal...
Florian und Malte

7.8.09 06:36

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bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Inger (17.9.09 07:36)
Hey,
wisst ihr das Wombats quadratisch scheissen und auch noch schneller als Menschen laufen koennen, allerdings nur wenn sie wollen...

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